Livetracking Vorschau / Interview

Wie bereits kürzlich angekündigt, habe ich den vergangenen Monat hauptsächlich damit verbracht einen grösseren Artikel zu schreiben. Es handelt sich dabei um eine Art Zusammenfassung über das Thema Livetracking und dessen Fasetten. Den Artikel wird im kommenden Swissglider Magazin, sowie der April/Mail Ausgabe des DHV Infos erscheinen und danach auch hier auf der Website. Als kleinen Vorgeschmack möchte ich euch an dieser Stelle das Intro, sowie das Interview mit Manolis Andreadakis, dem Macher von Livetrack24 (Leonardo Live), präsentieren.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten von Livetracking.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten von Livetracking.

Einleitung

Livetracking ist inzwischen bei uns Piloten in aller Munde. Die meisten verbinden dies mit dem Redbull X-Alps. Doch Livetracking erhält auch immer mehr Bedeutung im Bereich der Sicherheit. Die Systeme haben sich in Zwischenzeit stark weiterentwickelt und eignen sich jetzt wirklich für jeden Piloten, der seine aktuelle Position im Internet zeigen oder sich eine zusätzliche Absicherung im Falle eines Unfalls schaffen will. Viele kennen den tragischen Fall von Scotty Marion im Jahr 2003. Scotty startete am 8. August von der Ebenalp und wurde zuletzt über dem Chäserrugg in Richtung Flums gesehen. Danach fehlt von ihm jegliche Spur. Was ihm zugestossen ist, weiss man bis heute nicht. Hätte er die heute verfügbaren, neuen Technologien nutzen können, wäre vielleicht vieles anders gekommen, und man hätte ihm rechtzeitig helfen können. Durch Livetracking oder ähnlichen Systemen, mit welchen sich die Position bestimmen lässt, kann man im Fall eines Unglücks den Suchradius sehr stark verkleinern. Durch die heutige GPS-Technologie kann eine Genauigkeit von wenigen Metern erreicht werden. Doch um es vorweg zu nehmen: Livetracking soll die Piloten nicht ermutigen, ein grösseres Risiko einzugehen, sondern im Fall der Fälle ein zusätzliches Hilfsmittel sein.

Interview mit Manolis Andreadakis

Der Schöpfer von Livetrack24 - Manolis Andreakis

Der Schöpfer von Livetrack24 - Manolis Andreakis

Swiss Glider: Manolis, wann hast du mit dem Livetracking-Projekt gestartet und aus welchem Grund?
Manolis Andreadakis: Ich startete LeoLive (Anm. d. Redaktion: Leonardo Live war der ursprüngliche Name des Projekts) kurz nachdem Leonardo von den griechischen Piloten als Cross-Country-Webseite akzeptiert wurde. Wir diskutierten, wie toll es doch wäre, wenn man jemanden im Internet live zuschauen könnte, wo er fliegt. Im April 2006 habe ich mich dann auf die Suche nach Lösungen für dieses Unterfangen gemacht. Das erste Programm hab ich nicht selbst geschrieben, sondern nutze ein Programm namens gpsPilot. Da mein altes Handy dies aber nicht nutzten konnte, musste ich einen Freiwilligen haben, der dies für mich tat. Paulo Adriano aus Portugal meldete sich für die Tests, und ich war nur schon aufgeregt beim Verfolgen von Adriano auf dem Weg zur Arbeit. Diese ersten Tests sind übrigens immer noch auf dem Server, und man kann diese auch anschauen.

Wie ging’s nach dem Start weiter?
Ich kaufte mir ein Symbian-Telefon und startete nochmals meine Suche nach einer geschickten Lösung. Ich hatte keine Ahnung von mobilen Programmen – geschweige denn von Mobiltelefonen im generellen. Ich benutzte immer ein altes Modell zum telefonieren… Danach entschied ich mich für Java für Mobiltelefone; was bedeutete, dass mein Programm auf den meisten Mobiltelefonen laufen würde; im Gegensatz zu Symbian.

Entwickelst du Livetrack24 in deiner Freizeit? Wer hilft dir dabei?
Ja, ich und mein guter Freund Gus (Kostas Proitaskis), ein Cross-Country-Monster.

Die Applikation wird von Mal zu Mal besser, und ich freue mich jedes Mal auf ein neues Update.
Ja, das Programm wird wirklich immer besser, obwohl es mein erstes Handyprogramm ist. Inzwischen ist die Applikation ausgereift, und ich kann mich auf die Details konzentrieren. Ein wichtiges Ziel für mich ist, die Menge der Übertragungsdaten möglichst klein zu halten, denn ich will den Telekommunikationsanbietern kein Vermögen in Form von mobilen Internetgebühren zahlen. Aus diesem Grund verwende ich UDP-Packete (Anm. d. Redaktion: Jetzt wird’s technisch!), welche zwar sehr klein sind, etwa 50-100 bytes, dafür aber auch einfacher zu durchdringen, wenn das Signal schwach ist.

Eine tolle Funktion ist die Möglichkeit, den abgeschlossenen Flug direkt vom Handy auf den Server zu laden. Sind diese dann auch gültig, beziehungsweise mit einem G-Record versehen?
Ja, der aktuelle Flug wird intern sogar im 2-Sekunden-Intervall gespeichert und kann dann raufgeladen werden. Validiert können die Flüge aber noch nicht werden, da dies im Moment noch sehr skeptisch aufgefasst wird von Flugservern rund um die Welt. Es ist jedoch wirklich ein Zukunftsplan, die Daten soweit zu bringen, dass sie offiziell anerkannt werden – sogar an Wettbewerben. Im Moment konzentriere ich mich hauptsächlich auf die praktischen Tests, um das System «kugelsicher» zu machen.

Sicherheit spielt also eine wichtige Rolle bei Livetrack24?
Ja, sehr. Die neuen SOS-Funktionen müssen nun von den Piloten getestet werden. Die richtigen Personen bei einem Problem zu informieren kann lebenswichtig sein, und darum möchte ich einen Automatismus einbauen, welcher erkennt, ob jemand ein Problem hat oder nicht.

Im Moment ist Livetrack24 komplett in Englisch. Werden weitere Sprachen dazukommen?
Ich verstehe die Wichtigkeit der Verständlichkeit; doch dies muss im Moment etwas warten, denn es gibt noch zu viele Änderungen an der Programmoberfläche.

Was hältst du von der Idee, Wettbewerbe im Internet live darzustellen?
Eine tolle Sache, die wir natürlich bereits ausprobiert haben. Auf http://demo.livetrack24.com/leo_live_task.php?taskID=1 kann man sich einen solchen Task in GoogleEarth anschauen. Im Moment gibt es aber noch keine öffentliche Möglichkeit, solche Wettbewerbe selbst zu erstellen.

Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Saison, um Livetrack24 auszuprobieren. Was gibst du den neuen Benutzern für Tipps?
Jeder ist herzlich eingeladen, Livetrack24 zu benutzten. Doch bevor man damit in die Luft geht, sollte man das System ausgiebig zu Hause testen. In der Luft bleibt keine Zeit, auf den kleinen Tasten herumzutippen!

Ich empfinde die Bedienung als sehr einfach. Wenn Livetrack24 einmal eingerichtet ist – GPS einschalten, Livetrack24 starten, Livetracking starten.
Ja, so einfach ist es!

Nachwort

Das war also die kleine Vorschau auf den in Kürze erscheinenden Artikel im Swissglider und im DHV Info. Ich hoffe er wird euch gefallen und ich würde mich natürlich über Lob und Kritik (aber vor allem Lob) freuen. All diejenigen, welche den Artikel nicht via DHV / SHV ins Haus geliefert bekommen, müssen sich noch ein paar Tage gedulden. Den Artikel werde ich dann sobald wie möglich auf dieser Seite publizieren.

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3 Antworten zu “Livetracking Vorschau / Interview”

  1. dominik sagt:

    wow, vielen dank für dein informatives recherchieren der verschiedenen syteme.
    super bericht im glider!!! nun solltest du aber wieder mal zeit zum fliegen haben.

    gruss dominik

  2. thomas sagt:

    vielen dank für die recherchen!

    habe auch noch ein system gefunden, dass gratis und sehr einfach zu bedienen ist und zu funktionieren scheint (am donnerstag getestet):
    http://www.logelog.com/utils/

    unterstützt nicht sehr viele modelle, dafür andere als livetrack24, welches bei mir leider (noch) nicht funktioniert…

  3. Peter Greis sagt:

    Unsere Tracker-client für iPhones ist fast bereit – wir sind mit den Beta-cycle fast fertig. In circa 2 Wochen bitte in AppStore „LveTrack24Lite“ suchen.

    Gruss

    P